
Die noch in den letzten Monaten geführten Überlegungen über Fehler und Irrtümer der NATO-Staaten bezüglich der Einschätzung des russischen Sicherheitsbedürfnisses jetzt fortgesetzt anzustellen, hält der frühere Bundesaußenminister Sigmar Gabriel für unangebracht. Mit dem bewaffneten Angriff auf das Nachbarland Ukraine habe sich Russland eindeutig durch den Bruch völkerrechtlicher Mindeststandards ins Unrecht gesetzt. Dies sei der nunmehrige Ausgangspunkt für alles weitere Handeln. Fest stehe, dass niemand mit einer militärischen Invasion gerechnet habe. Dieser Krieg, prophezeite der Vorstandsvorsitzende der Atlantik-Brücke vor internationalen Journalisten beim korrespondenten.cafe, werde keine Sieger haben, aber auf jeden Fall einen Verlierer: Russland. Für Europa werde eine Dekade der Unsicherheit beginnen. Für die zukünftige deutsche Außenpolitik reiche es nicht, Werte und Prinzipien hochzuhalten, es gehe um Interessen. Hierbei gelte es, auf das transatlantische Bündnis zu setzen. Wissend, dass er dafür keinen ungeteilten Beifall ernte, lobte der Ex-SPD-Politiker die vermittelnde Rolle der Türkei, indem sie von ihrer Befugnis aus dem Vertrag von Montreux Gebrauch gemacht habe und die Durchfahrt militärischer Schiffe durch den Bosporus unterbinde. Dies vermeide eine Eskalation im Schwarzen Meer. Von korrespondenten.cafe-Gastgeber Ewald König eingangs nach dem Erfolg der vermittelnden Bemühungen von Putin-Freund und Ex-Kanzler Gerhard Schröder gefragt, blieb Gabriel diplomatisch: jeder Gesprächskanal sei zu nutzen.
Foto: Sigmar Gabriel (links) mit korrespondenten.cafe-Gastgeber Ewald König
2022-03-14


Hier finden Sie alle wichtigen Informationen über die ausländischen Botschaften in Berlin von A wie Afghanistan bis Z wie Zypern. Schauen Sie doch mal rein unter www.botschafter-berlin.de.
Wenn Sie sich für unseren kostenlosen Monatsbrief anmelden möchten, senden Sie bitte eine Nachricht.









Impressum | Datenschutzerklärung
© Diplomat Media Berlin 2017 —