Philippinen: Briefmarken-Diplomatie
v..l. Museumsdirektorin Dr. Schaluschke, Botschafterin Almojuela, Archivar Dr. Hahn

Briefmarken-Diplomatie

Von Rainer Schubert

Kleines Format, große Wirkung – das können Briefmarken. Diese kleinen Wertpapiere, deren Sammeln heute als etwas verstaubt gilt, tragen viele Botschaften mit sich und liefern einen Blick in die Geschichte der Welt. Dies nutzte Maria Teresa Almojuela, seit Anfang März Botschafterin der Philippinen in Deutschland. 

Sie überreichte dem traditionsreichen Museum für Kommunikation in Berlin Sonderbögen einer Briefmarke des südostasiatischen Inselstaates aus dem Jahre 2025, die an das achtzigste Gründungsjubiläum der Vereinten Nationen erinnert. Die Republik Philippinen zählt zu ihren Gründungsnationen. Mit der Jubiläumsbriefmarke unterstreiche ihr Land, so die Botschafterin, seine Verpflichtung für die UN-Prinzipien der internationalen Zusammenarbeit und Sicherheit, freundschaftlicher Beziehungen der Staaten sowie der Menschenrechte. Mit diesem Sonderdruck gelangten diese Briefmarken, hob sie hervor, erstmals in eine ausländische Sammlung. Denn bislang schmücke er lediglich auf den Philippinen den Präsidentenpalast, das General Post Office und das Außenministerium. 

Für das Berliner Museum für Kommunikation bedeute die Überlassung der UN-Gedenkbriefmarke natürlich eine Auszeichnung und passe zudem perfekt in die Sammlung, freute sich Museumsdirektorin Dr. Anja Schaluschke, zugleich Leiterin der Museumsstiftung Post und Telekommunikation. Denn bereits 1872 als Reichspostpostmuseum gegründet und seit1898 im jetzigen Haus ansässig, ist es das älteste Postmuseum weltweit, das, so die eigene Auskunft, über 40.000 Jahre Kommunikationsgeschichte zeigt. Dazu zählt auch eine der umfangreichsten und wertvollsten Sammlung von Briefmarken, deren kostbarste Stücke in der Schatzkammer des Museums aufbewahrt werden, darunter auch die berühmte „Blaue Mauritius“. Als Gebührenmarken eingeführt, hatten und haben Briefmarken eine hoheitliche Bedeutung, die zugleich die Geschichte von Staaten widerspiegeln. 

Das Ausmaß der Sammlung demonstrierte Dr. Andreas Hahn, Archivar des Bonner Archivs für Philatelie, das Teil der das Museum tragenden Stiftung ist. Eigens aus dem Archiv mitgebracht, breitete er eine stattliche Anzahl von Blättern mit philippinischen Briefmarken vor den staunenden Gästen aus, darunter etliche aus dem Inselstaat, mit den ersten Wertzeichen von 1854 aus spanischer Zeit und in Spanien gedruckt, bis in die 1940er Jahre. Zum Vergleich zog er die deutsche Geschichte heran. Denn in den 1850er Jahren begannen auch die deutschen Staaten, hoheitliche Gebührenmarken für den Postverkehr einzuführen. 1854 war es, nach Bayern und Preußen, das Herzogtum Oldenburg.

 

2026-07-09


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